Schwarz-weiß Portrait von Janina Focke

Über mich… wen sonst?

Autorin, Redakteurin – irgendwas mit Fernsehen eben.

Ah, du arbeitest fürs Fernsehen? Ja cool, was hast du da studiert? – Kommunikationswissenschaft. – Ah ja. Schön.

Jupp, so eine bin ich. Was mit Medien studiert, beim Fernsehen hängen geblieben und dann auch noch nach Berlin gegangen. Im Klischee-Bingo wäre meine Reihe voll.

Zu meiner Verteidigung möchte ich sagen, dass ich den Job beim Fernsehen dafür ganz klassisch gelernt habe. Die Welt der Medien fand ich schon immer spannend: Mit 15 Jahren moderierte ich eine Radiosendung im Bürgerfunk bei Radio 91,2 in Dortmund, mein allererstes Pflichtpraktikum verschlug mich in die Lokalredaktion der Dortmunder Tageszeitung Westfälische Rundschau. Dort durfte ich Unfallmeldungen der Polizei umtippeln, die ich meiner Familie stolz als meine Beiträge präsentierte und die immer noch als vergilbte Papierausschnitte in irgendeiner Mappe bei mir zu Hause rumfliegen.

So richtig angefangen hat es dann aber erst beim Regionalfernsehen 17:30 Sat.1 NRW vor über zehn Jahren. Ja, so alt bin ich schon. Es war der klassische Fall von Ich weiß nach der Schule nicht, was ich machen soll. Also erstmal: Praktikum. Da ich nicht nur Kaffeekochen musste, verlängerte ich erst mein Praktikum und wurde dann als CvD-Assistentin übernommen. Ich war also rechte Hand und linke Gehirnhälfte für den Chef vom Dienst, recherchierte für die Reporter*innen, die auf Drehs unterwegs waren, tippte Beitragstexte vor und musste irgendwie ständig irgendwas ausdrucken. Papierloses Büro war damals nämlich noch nicht so angesagt. So arbeitete ich mich neben dem Studium dort zum Volontariat hinauf und wurde an der Kamera zum VJ, also Videojournalistin ausgebildet. Mein Highlight war, dass mich eine Station in der Ausbildung nach Berlin ins Hauptstadtstudio von N24 (heute welt). Nach zwei Jahren tagesaktueller Berichterstattung als VJ hatte ich dann erstmal die Schnauze voll vom Fernsehen.

Ich musste eh noch mein Studium in Münster fertig bringen, also wälzte ich erstmal wieder Texte von Horkheimer, Adorno, Elisabeth Noelle-Neumann, Neil Postman und wie sie alle heißen… Zum Bachelor hats immerhin gereicht, ansonsten war diese ganze Theorie nicht so mein Ding. Kunst schon eher, daher arbeitete ich nach dem Studium als Projektmanagerin beim Kunstverein HMKV in Dortmund, organisierte Ausstellungen im Dortmunder U, dem Wahrzeichen der Stadt.

Als ich mir das Ruhrgebiet sattgesehen hatte – schließlich bin ich dort aufgewachsen – ging ich nach Amsterdam und tauchte langsam wieder ins redaktionelle Berufsleben ein. Zunächst schrieb ich Online-Texte, dann produzierte ich Webvideos und schlussendlich fiel mir auf, dass Fernsehen ja auch mehr zu bieten hat als Interviews mit Landtagspolitiker*innen, Beiträge über die Gerichtsverhandlung des Aldi-Erpressers, Streik der Opel-Beschäftigten und kuriose Ortsnamen in NRW. Als freie Autorin begann ich, Reportagen, Magazinbeiträge und Wissenclips umzusetzen, stand dabei neben, hinter und vor der Kamera. Recherche, Drehplanung, Realisation und Schnitt waren dabei meistens komplett in meiner Hand. Eierlegende Wollmilch-Sau ist das Stichwort. Eine kleine Auswahl davon gibts hier.

Mittlerweile konzentriere ich mich voll auf meine Stärken als Autorin. Seit 2016 hat mich mein Beruf um die halbe Welt gebracht. Einige Geschichten, die ich dabei erlebt habe, veröffentliche ich nach und nach auf meinem ganz persönlichen Blog. Zusammen mit Anleitungen und Rezepten für Dinge, die man gerne kauft, obwohl man sie ganz leicht selbst machen kann. Ich bin nämlich ein Fan von Selbermachen.

Zur Unterhaltung gibt es auf meiner Seite noch was für umme. Die wöchentliche Kolumne, für die mich leider niemand bezahlt. Aber eine eigene Kolumne zu schreiben fand ich schon cool, bevor Carrie Bradshaw es salonfähig gemacht hat. Und deswegen gebe ich Woche für Woche meinen Senf zu aktuellen und Alltagsthemen ab.

Zu guter Letzt eine Info über mich, die nicht fehlen darf (denn was am Anfang und am Ende eines Textes steht, kann man sich besonders gut merken): Ich liebe Popcorn. Und zwar salziges.

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